Inspiration


Nebeneinander spazierten wir am Strand entlang. Die Sonne ging gerade auf und taste sich langsam den Horizont hinauf. Deine Hand waermte meine und meine deine. Obwohl sie das nicht mussten; denn mit der Sonne beglueckte uns auch die Waerme. Wir brauchten keine Worte; um uns zu verstaendigen. Es reichte einzig und allein die Anwesenheit des anderen. Wir muessten uns auch nicht sagen; wie schoen dieser Morgen war und dass es der schoenste war; den wir je verbracht haben. Es war selbstverstaendlich. Unsere Fueße malten spuren in den Sand; die vom noch kuehlen Wasser gleich wieder verwischt wurden. Niemand anderes war zu sehen; nur wir zwei befanden uns dort; ein Moment der Ewigkeit. Das Besondere an diesem Moment waren die Muschel; die immer wieder von den Wellen angeschwemmt wurden; und sich tapfer im Sand festklammerten. Es fuehlte sich komisch an; in so einem Moment an Muscheln zu denken. Aber es war nunmal; wie es war. Ich brauchte nicht zu meiner rechten zu blicken; nein das brauchte ich nicht; um zu sehen; was du machst und was du denkst. Es war alles einfach perfekt. Vielleicht zu perfekt; doch zu so einem Moment denkt man nicht daran. Gestern Nacht hattest du mir die lieblichsten Worte in mein Ohr gefluestert. Hast meinen Blick gesucht; meine Naehe. Und schon heute Morgen brauchten wir die Augen des anderen nicht mehr; um zu wissen was er will. Ein bisschen machte mir diese Naehe sogar Angst. Sie jagte mir einen leichten Schauer ueber den Ruecken; einen wohligen Schauer. Ich merke gar nicht; wie die zuvor weit entfernte Stadt nun ploetzlich vor uns lag. Du sagtest etwas; und obwohl ich deine Worte nicht richtig verstand; nickte ich. Noch einen letzten Blick auf den wunderbaren Ausblick; der sich uns bot; liefen wir zurueck in deine Wohnung. Schließlich standest du auf dem Balkon; sahst auf den Strand hinab; unser eigenes kleines Paradies; und hast auf mich gewartet. So in diesen Moment vertieft; dass du nicht einmal das leise klacken der Tuer gehoert hast.

Nun sitze ich hier im Zug & frage mich; wann du wohl gemerkt hast; dass ich weg war. Ob du nach mir gesucht hast; durch die Stadt gelaufen bist; die Anwohner nach mir gefragt hast. Oder ob du wusstest; dass ich gegangen bin. Einfach so. Ohne ein Wort. Nun sitze ich hier im Zug; auf dem Weg nach Hause. Und wenn ich gleich aussteigen werde; habe ich unsere Zeit schon laengst vergessen.
17.1.10 19:59
 


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